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Beflügelnd und reichhaltig
SN / 21. August 1999
Vor fast vollem Haus im Theater im Fass zeigte das Theater Sgaramusch am Freitagmorgen, wie man Kindern das Fernsehen verleidet. Die Zwei-Personen-Inszenierung von Cervantes "Don Quijote": "So wie Don Quijote" glich einem Feuerwerk. Die beiden Erzähler, die Basler Schauspielerin Nora Vonder Mühll und der Schaffhauser Autodidakt, Autor und Theaterschaffende Stefan Colombo, vermochten mit einer rasanten Polonaise bewegungsstarker Darstellung, zuweilen filigran prosaischer Dialoge und unzähligen witzig bis skurrilen Verästelungen der Geschichte, die junge Zuschauerschaft vom Anfang bis zum Schluss in Bann zu schlagen.
Geradezu brilliant einfühlsam haben es Vonder Mühll und Colombo unter der Regie von Christoph Mörikofer zu Stande gebracht, den Ausdruck ihrer Figuren zwischen der auswegslosen Freiheit eines Erwachsenen und der freiheitlichen Auswegslosigkeit eines Kindes ...
Ein Stück über alles Wahre, Unwahre, Freundschaft und den ganzen Rest.
Ein Mann, eine Frau erzählen die Geschichte des Don Quijote. Sie verlieren den Faden der Geschichte. Ihre eigenen Gefühle vermischen sich mit Don Quijotes Abenteuern, mit schreienden Kaugummis, brennenden Bibliotheken, gefährlichen Wundern und Salamiglacé, die gut schmeckt. Sie verlieben sich aneinander vorbei und wissen nicht, wie ihnen geschieht.
Mit dem Stück bekam Theater Sgaramusch einen Förderpreis der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK): "Klug und mit viel Poesie vermag dieses Theater einem jungen Publikum die unterschiedlichsten Empfindungen, Wünsche und Sehnsüchte eines Paares aufzuzeigen."
Spiel: Nora Vonder Mühll, Stefan Colombo
Regie: Christoph Mörikofer
Kostüme: Lilo Kuhn
Bild / Plakat: Barbara Omlin
Dauer: ca. 50 Minuten
